‚Vom Burgenland in alle Welt‘ – Buchpräsentation und Vortrag

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zu

„Vom Burgenland in alle Welt“

Georg Gaugusch

Buchpräsentation und Vortrag mit Bildern

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 19.00 Uhr

Österreichisches Jüdisches Museum

Dauer: ca. 60 Minuten

Aufgrund des großen Interesses ersuchen wir um Sitzplatzreservierung bis 9. Dezember 2016:

  • telefonisch: +43 (0)2682 65145
  • per E-Mail: info@ojm.at


Am vergangenen Donnerstag wurde in Wien der 2. Band des monumentalen Werkes des Historikers Georg Gaugusch „Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938, L-R“ präsentiert (siehe ORF-Beitrag dazu).
Vorab stellte das Österreichische Jüdische Museum den kompletten Namensindex (immerhin 34.000 Namen!) samt Erfassung aller mit den Namen assoziierten Orte (20.000) online zur Verfügung.

Selbstverständlich waren besonders die Beziehungen zum burgenländischen Judentum für uns von besonderem Interesse. Tatsächlich bieten die Forschungsergebnisse von Georg Gaugusch die faszinierende Möglichkeit, die Geschichte der Juden im Burgenland und in Eisenstadt weiter- und fortzuschreiben. Weil nun endlich die Namen der auf den jüdischen Friedhöfen des Burgenlandes Begrabenen ihre Geschichten zurückbekommen.
Wir freuen uns wirklich sehr, dass der Autor in unserem Museum anhand von einzelnen Familienporträts über die Vernetzung und weltweite Bedeutung der burgenländischen Juden referieren wird.

Reitlinger-Mausoleum, Montparnasse, Paris

Reitlinger-Mausoleum, Montparnasse, Paris

Millionen Touristen besuchen jedes Jahr Paris, und unter diesen nicht wenige den berühmten Friedhof Montparnasse. Schlendert man über diesen, stößt man unweigerlich auf zwei der größten Mausoleen der französischen Hauptstadt – jene der Familie Reitlinger, deren Mitglieder man auch auf dem alten jüdischen Friedhof in Eisenstadt antrifft. Eine der prägendsten Persönlichkeiten des aufstrebenden Ungarns war der ebenfalls aus Eisenstadt stammende Bernhard Rust – ohne ihn und seine Familie wären viele Bauwerke der ungarischen Hauptstadt vermutlich nie entstanden. Die Nachkommen der Eisenstädter Familie Pollak erscheinen auch an den unerwartetsten Stellen: So war Alice Strauss, die einzige Erbin des Wiener Walzerkönigs Johann Strauß, ebenso Nachkommin dieser Eisenstädter Dynastie wie große Teile der Berliner und Münchner jüdischen Oberschicht. Bekanntester Vertreter war D. H. (David Heinrich) Pollak, der die Schuhindustrie in Österreich begründete und dessen Name als Marke immer noch präsent ist (Humanic).

Oder wer denkt bei der Kuner-Mayonaise an das jüdische Eisenstadt? Wer denkt beim Looshaus in Reichenau an das jüdische Eisenstadt? Die Eisenstädterin Julia Rosenfeld war mit dem Gründer der Khunerwerke Emanuel Khuner verheiratet und hatte 13 Kinder. Der Mattersburger Rabbiner Ehrenfeld beaufsichtigte die koschere Produktion. Und Emanuel Khuner war auch der Bauherr des Looshauses …

Aber nicht nur Eisenstadt, sondern auch die anderen jüdischen Gemeinden des Burgenlands haben Persönlichkeiten des internationalen Lebens hervorgebracht. Um das Jahr 1800 war der aus Kittsee stammende Wiener Großhändler Isak Figdor der mit Abstand größte Wollexporteur nach England. Sein Enkel Albert schuf in Wien eine beeindruckende Sammlung an Kunst und Kunsthandwerk – sie wurde nach seinem Tod 1927 versteigert und in alle Winde zerstreut. Die mit Lackenbach eng verbundene Familie Schey erbaute eines der größten Wiener Ringstraßenpalais, die Nachkommen leben heute über den ganzen Globus verstreut. Edmund de Waal hat in seinem Weltbestseller „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ auch dieser Familie gedacht.


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Georg Gaugusch – ‚Wer einmal war‘

Zum Buch


5 Jahre haben wir mit großer Spannung darauf gewartet! Es ist soweit: Am 24. November 2016 wird der 2. Band des monumentalen Werkes von Georg Gaugusch „Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800 – 1938, L-R“ präsentiert. Der 1. Band mit den Familiennamen A-K erschien bereits 2011. Als dreibändiges Buch angelegt und eigentlich ein Nachschlagewerk, ist auch der zweite Band spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Gaugusch stellt auf 1420 Seiten den akribisch recherchierten und höchst umfangreichen genealogischen Daten der einzelnen Familien jeweils eine recht umfangreiche Übersicht der Familiengeschichte (besonders die Bedeutung der einzelnen Personen sowie ihre Vernetzung mit anderen Familien) voran. Selbst bei geringem genealogischen Interesse sind schon allein diese Einleitungen höchst lesenswert. Ich mache es kurz: Auch wenn (bei Buchrezensionen) nicht üblich (und wohl meist auch nicht ganz korrekt), im Falle des Buches von Georg Gaugusch unterschreibe ich den Verlagswerbetext voll und ganz und ergänze: auch aus meiner Sicht ist das Buch eine klare Kaufempfehlung!

Der erste Band von „Wer einmal war“ revolutionierte grundlegend die historische Personenforschung und gilt als wegweisendes Standardwerk zur Geschichte der österreichischen Juden. Nun erscheint der zweite Band, der die Familien von L bis R umfasst. Die genealogischen, präzise erforschten Aufstellungen sind ergänzt um Informationen zu der Bedeutung und Vernetzung der einzelnen Familien. Autobiografien, Akten zu Standeserhebungen, Ordensverleihungen und zahlreiche zeitgenössische Zeitungsartikel lassen ein lebhaftes Porträt der einzelnen Familien entstehen. Georg Gaugusch, renommierter Kenner des jüdischen Großbürgertums zwischen 1800 und 1938, hat in akribischer Forschungsarbeit ein Opus magnum geschaffen.

Amalthea-Verlag

Beziehungen zum burgenländischen Judentum

Besonders spannend für uns war natürlich die Frage, ob, wieviele und welche Beziehungen wir zum ehemaligen westungarischen, später burgenländischen Judentum finden. Vor allem, weil die jüdischen Gemeinden unserer Region, insbesondere jene der Sieben-Gemeinden auf esterházyschem Gebiet wohl kaum mit jüdischem Großbürgertum assoziiert werden können.
Das Resultat unseres Index bestätigt diese Aussage. Nur etwa 1% der Namen konnten ehemalige jüdische Gemeinden des Burgenlandes zugewiesen werden, klammern wir die (heute) südburgenländischen Gemeinden unter dem Schutz der Fürsten bzw. Grafen Batthyány (wie Nagykanizsa) aus, erreichen wir nicht einmal einen halben Prozentpunkt.

Und doch ist es überaus faszinierend, im Buch von Georg Gaugusch Vernetzungen und Verbindungen von Familien zu finden, von denen Angehörige etwa auf den jüdischen Friedhöfen in Eisenstadt begraben sind:
Zum Beispiel Moses Rust, der am 19. Jänner 1825 verstarb, seiner Frau Hannele, gestorben am 20. Dezember 1813, und seiner Mutter Lea, gestorben am 14. Jänner 1806.

Wir konnten erst 2015 diese Gräber der Genannten im Zuge unseres Friedhofsprojekts „Digitale und physische Dokumentation der 1.082 Grabsteine des älteren jüdischen Friedhofs in Eisenstadt“ korrekt zuordnen. Die Grabsteine waren nicht mehr namenlos. Nun haben die Toten auch ihre Geschichte bekommen:

Die schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Eisenstadt nachweisbare Familie Rust gehört zu jenen Familien, die, ohne jemals eine eigene Toleranz für Wien zu besitzen, hier zwischen 1750 und 1829 kontinuierlich nachweisbar sind. Das erste namentlich bekannte Mitglied war der 1791 in Wien verstorbene Handelsmann Markus Rust, dessen Sohn Moses bereits damals eine der tragenden Säulen der Eisenstädter Gemeinde war…
Nach Moses Rusts Tod 1825 zog seine Witwe mit ihrem zweiten Mann Samuel Hirschel in das aufstrebende südungarische Nagy Kanizsa, wo beide, ihren imposanten Grabsteinen nach zu urteilen, zu den wohlhabendsten Gemeindemitgliedern gehörten. Moses Rusts 1818 in Wien geborener Sohn Bernhard … wandte sich nach Pest, wurde der Schwiegersohn des Pester Großhändlers Ignaz Müller und übernahm noch in den 1850 Jahren … das Pester Großhandelshaus Aron Bing & Comp. Das später in Rust & Müller umbenannte Unternehmen befasste sich hauptsächlich mit dem Stoffhandel … und verfügte über ein Verpackungsmagazin am Wiener Salzgries. In den 1870er Jahren wurde Bernhard Rust in die Budapester Filiale der Österr.-ungarischen Bank berufen und bekleidete ab 1878 die Stelle eines Generalrats. Im Jahr 1888 regte der Budapester Oberbürgermeister die Verleihung des ungarischen Adels an ihn an und wandte sich diesbezüglich an den ungarischen Innenminister … Somit konnte der ungarische Minister … einen entsprechenden Vortrag bei Kaiser Franz Joseph einbringen…
Dieses Gesuch wurde Kaiser Franz Joseph am 27. Juli 1888 in Ischl vorgelegt und von ihm ohne Kommentar am 29. Juli 1888 unterfertigt, wodurch er Bernhard Rust und seine Nachkommen mit dem Prädikat „de Ruszt“ in den ungarischen Adelstand erhob. Bernhard Rust de Ruszt starb 1896 in Budapest, und auch der Pester Lloyd vom 3. Dezember lobt den Self Made Man in einem langen Nachruf, und nennt den Verstorbenen einen Ehrenmann von echtem Schrot und Korn, fleißig, pflichttreu und ungewöhnlich einfach und bescheiden. Seine beiden Söhne Josef und Oskar folgten ihrem Vater nach, und die Familie gehörte bis zum Zweiten Weltkrieg zur Budapester Oberschicht.

Gaugusch G., Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938, 3065f.

Matrikeneintrag Markus Rust

Matrikeneintrag Markus Rust, Sterbebuch Währing:
„Der Markus Rust aus Eisenstadt ist in Zuchsischen (?) Haus Nr. 2908 auf der Landstrasse an Urin Blasen Geschwür vestorben; Alt: 70 Jar.“


Der Index

Gemeinsam mit Genealogin Traude Triebel haben wir vorab den Namensindex erstellt, der weit über 33.000 Namen umfasst und den wir Ihnen hier exklusiv zur Verfügung stellen. Zusätzlich wurden alle Ortsnamen eingearbeitet. In Aufklappfeldern (für Nachname, Vorname, Buchseite und Ort) können alle indizierten Daten mit einem Blick erfasst bzw. durchgescrollt werden, was nicht nur den Vorteil einer viel besseren und schnelleren Übersicht über die Daten gewährleistet, sondern vor allem auch unbefriedigende bzw. leere Suchergebnisse vermeiden hilft.
Wie üblich wurden Namen, die – bei identischer Schreibung – mehrmals auf einer Seite vorkommen, im Index nur einmal, kleinste Variationen in der Schreibung jedoch berücksichtigt und ggf. mehrmals aufgenommen.
Beispiel: Polaczek Dr. Alfred und Polaczek Alfred (auf Seite 2299) generieren 2 Einträge im Index.
Für die Erstellung des Ortsnamensindex und das Korrekturlesen bedanke ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Museum (Sonja Apfler, Christa Krajnc, Franz Ramesmayer).

Zum Index / View the Index

Wir bitten Sie ein wenig Geduld zu haben, da das Laden der über 34.000 Daten ein wenig dauern kann…

Aus aktuellem Anlass wurde der Index für Band 2 als erstes online gestellt, in Bälde werden wir den Index mit den Namen aus Band 1 updaten.


„Those Who Once Were“ – The Index

Zum Index / View the Index


About the book


We have waited five years, with bated breath, for this to happen. And finally, it’s ready: on 24 November 2016, Volume II of Georg Gaugusch’s monumental work, “Those Who Once Were. Vienna’s Upper Class Jewish Society 1800-1938” („Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938“) will be presented. Volume I comprising family names from A-K was published in 2011. Conceived as a three-volume work by and large for reference purposes, Volume II is nonetheless fascinating from beginning to end. Gaugusch has meticulously researched wide-ranging and deep-delving genealogical data of the individual families and presents his findings over a span of 1,420 pages. Conveniently, the main body of work is preceded by a comprehensive overview of family histories, with particular attention paid to the individual persons and their interconnections with other families. Even those who have no great interest in genealogy will find these introductory passages quite scintillating. To put it in a nutshell: even if it is unusual, and of course also not quite correct, in the context of a book review, in the case of Georg Gaugusch’s book I can endorse the publisher’s blib completely, adding to it that from my personal vantage point as well, this book can be highly recommended.

Volume I of „Those Who Once Were“ revolutionized historical research procedures of individuals and has since become the trailblazing gold standard of the history of Jews in Austria, a fundamental reference work. Now the second volume comprising the families L to R has been published. Their genealogies include fastidiously compiled family listings and have been further enriched by supplementary information on the significance and interconnections of individual families. Autobiographies, dossiers and records tracing promotions in social rank, the conferring of orders, as well as numerous contemporary newspaper articles, together create a collection of animated, sparkling portraits of the individual families. What emerges from this painstaking research of Georg Gaugusch, noted authority of Upper Class Jewish Society between 1800 and 1938, is a true opus magnum on the subject.

Interfaces with Judaism in Burgenland

Of particular interest to us, of course, was the question of how many and what kinds of relationships and interconnections we could trace to former western Hungarian (later Burgenland) Judaism, first and foremost because the Jewish communities of our region, and particularly those of the Seven Communities in Esterházy territory (Sieben-Gemeinden), could hardly be associated with upper class Jewish society. The findings brought to light in this index corroborate that basic assumption. Only about 1% of the names cited in it hail from former Jewish communities in the Burgenland. Moreover, if we exclude today’s southern Burgenland towns under the protection of the Batthyány (and Nagykanizsa) princes and counts, it does not even amount to a half-percent.

Nevertheless, in Georg Gaugusch’s book it is utterly riveting to read about the interconnections and cross-weaving of families whose family members lie buried in the Friedhöfen Jewish cemeteries in Eisenstadt: for example Moses Rust, who died on 19 January 1825; his wife Hannele, who died on 20 December 1813; and his mother Lea, who died on 14 January 1806.

It was not until 2015 that we were able to correctly decode the graves of the above-named people in the course of our cemetery project „Digital and physical documentation of the 1,082 graves in Eisenstadt’s Older Jewish Cemetery“ At long last, those gravestones are not nameless. And now, as of the current juncture, the deceased have also been accorded their personal history:

The Rust family, whose history in Eisenstadt can be traced back verifiably to the beginning of the eighteenth century, numbers among those families who (not ever having any personal tolerance for Vienna) were continually present here between 1750 and 1829. The first family member known to us by name was Markus Rust, a tradesman who died in Vienna in 1791, and whose son Moses was one of the pillars of the community of Eisenstadt even back then …

Following the death of Moses Rust in 1825, his widow and her second husband Samuel Hirschel moved to the up and coming southern Hungarian town of Nagy Kanizsa where, to judge by their imposing gravestones, both of them numbered among the most wealthy members of the community. Moses Rust’s son Bernhard, who was born in 1818 in Vienna … emigrated to Pest in Hungary, became son-in-law to wholesale merchant Ignaz Müller of Pest, and assumed the reins of the wholesale import trading house Aron Bing & Comp. The company which was later renamed Rust & Müller dealt mainly in textiles … and also owned a packing warehouse on Salzgries Street, Vienna. During the 1870s, Bernhard Rust was appointed to a post at the Budapest branch of the Austro-Hungarian Bank, where he served as a General Counselor starting in 1878. In 1888 the Mayor of Budapest initiated the process of awarding Rust a title of Hungarian nobility and approached the Hungarian Minister for the Interior in this matter … The Hungarian Interior Minister then petitioned Emperor Francis Joseph and submitted the appropriate application….

This application was submitted to Emperor Francis Joseph on 27 July 1888 and subsequently signed by him without any added commentary on 29 July 1888, whereby Bernhard Rust and his descendants were raised to the Hungarian aristocracy with the title “de Ruszt”. Bernhard Rust de Ruszt died in 1896 in Budapest. In a copious obituary of 3 December, Lloyd of Pest extended great praise to this self-made man, deeming him a man of honor, carved out of true grit and grain, industrious, dutiful as well as remarkably simple and modest. His two sons Josef and Oskar followed in his footsteps. Thereafter, the family belonged to the upper crust of Budapest society until the Second World War.

Gaugusch G., Those Who Once Were. The Upper Class Jewish Society of Vienna 1800-1938, 3065f.

Matrikeneintrag Markus Rust

Entry on Markus Rust in the Death Register of Währing::
„Markus Rust of Eisenstadt died in Zuchsischen (?) house no. 2908 on Landstrasse, of ulcerated absess of the urinary bladder; age: 70 years.“


The Index

Together with genealogist Traude Triebel, we first put together the Index of Names comprising far more than 33,000 documented personal identifications which we provide to you here exclusively. In addition, all town names have also been included and properly assigned. In pop-up information fields (for family name, first name, page and town) all the indicated data can be viewed at a glance or scrolled through, thus providing not only the advantage of gaining a quicker and more comprehensive overview of the whole mass of data, but also helping to avoid empty searches which bring up no results.

As is customary, names written in identical fashion which occur several times on one page appear only once in the index, although minor variations in the ways the names were written are reflected and when necessary, repeated several times. For example: Polaczek Dr. Alfred and Polaczek Alfred (on p. 2299) generate two entries in the index.
I am deeply indebted to my colleagues at the museum, Sonja Apfler, Christa Krajnc and Franz Ramesmayer, for the index of town names.

Zum Index / View the Index


We politely request your patience, since loading more than 34,000 items of data might require a bit of time.

In light of this recent publication event, the Index for Volume II has been placed online first. The Index with the names from Volume I will be updated shortly.


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Abgelegt in: Genealogie, Kunst und Kultur

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… dann bist du von Einsamkeit umsponnen …

Zur alljährlichen Tradition gehört es für mich, im Herbst den jüdischen Friedhof in Kobersdorf zu besuchen. Es darf wiederholt werden: für mich einer der schönsten jüdischen Waldfriedhöfe …

Berühmte Gelehrte sind hier begraben, darunter Rabbi David Alt, genannt Eibnitz, gestorben 1830, seine Ehefrau Chana, gestorben 1877 und sein Sohn Elieser, gestorben 1895.

  • Grabstein Rabbiner David Alt, genannt Eibnitz

    Rabbiner David Alt, genannt Eibnitz

  • Grabstein Chana Alt

    Grabstein Chana Alt (Eibnitz)

  • Grabstein Elieser Alt

    Elieser Alt (Eibnitz)


Lobenswert jedenfalls, dass der Weg sowohl zur Synagoge als auch zum jüdischen Friedhof in Kobersdorf mehrfach deutlich und klar bezeichnet ist, lobenswert auch, dass erkennbar ist, dass schon viele Arbeiten am Friedhof stattgefunden haben, wenngleich noch viel zu tun bleibt.

Ganz im Gegenteil dazu möchte ich fast von Schock sprechen beim Anblick der Synagoge in Kobersdorf. Die Geschichte ist bekannt: die Kultusgemeinde klagte den Eigentümer des Vereines, dem die Synagoge seit Jahren gehört, verlor den Prozess, die Synagoge verkommt immer mehr zur Ruine. Einfach nur traurig.
Genau gegenüber, nur durch eine schmale Straße getrennt, das schön renovierte Schloss Kobersdorf, in dem jährlich die Kobersdorfer Schlossspiele stattfinden. Tausende BesucherInnen des kleinen Ortes sind seit Jahren mit einer erschütternden Polarität konfrontiert, viele stellen Fragen, die Antworten bleiben unbefriedigend, die öffentliche Hand – so der Verdacht – hat nun offizielle Gründe wegzuschauen.?

  • Synagoge Kobersdorf

    Synagoge Kobersdorf

  • Synagoge Kobersdorf

    Synagoge Kobersdorf

  • Schloss Kobersdorf

    Schloss Kobersdorf


Lackenbach, nur wenige Kilometer entfernt: der größte jüdische Friedhof im Burgenland mit 1770 Grabsteinen, mit wenigen Ausnahmen alle mit hebräischen Grabinschriften, Kalksandsteine, die verwittern und täglich schwerer, zum Teil gar nicht mehr lesbar sind.

Auch hier finden grundsätzlich lobenswerte Arbeiten (Mähen, Katalogisierung …) am Friedhof statt, aber auch hier bleibt noch viel zu tun (Zuordnungen, Auslesen der hebräischen Inschriften, Übersetzungen …).

Aber bis heute: auch hier schockierend und wohl nicht nur für mich wirklich völlig unverständlich der Umgang mit der jüdischen Vergangenheit, mit der Gedenkkultur. Namentlich mit der Gedenktafel, die immerhin an die größte Synagoge des Burgenlandes erinnert (oder besser: erinnern soll), denn die Tafel ist in der ca. 50 Meter langen kleinen Gasse so gut wie nicht zu finden, der Platz für die Tafel sowie der Zustand dieser spotten jeder Beschreibung.
Auch hier viele Fragen: Ein Spiegelbild des Verantwortungsbewusstseins der öffentlichen Hand? Wo sind die Initiativen von Vereinen, Schulen, politischen Verantwortlichen? An den Finanzen kann es in diesem Fall ja wohl nicht liegen, dass seit vielen Jahren nichts passiert bzw. passieren will…

Gedenkkultur? Lackenbach

Gedenktafel – Gedenkkultur? in Lackenbach


PS: Die Überschrift stammt aus einem Gedicht der Literatin Mida Huber, die nahe Kobersdorf, am sehr idyllisch gelegenen Friedhof von Landsee, begraben ist.

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Zur Geschichte des Wertheimerhauses

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zum Vortrag

„Zur Geschichte des Eisenstädter Wertheimerhauses (1696-1875)“

von Dr. Felix Tobler

Wann: Donnerstag, 20. Oktober 2016, 18.00 Uhr

Wo: Österreichisches Jüdisches Museum

Dauer: 50-60 Minuten.

 

Das Wertheimerhaus war eines der bedeutendsten Gebäude im ehemaligen Jüdischen Viertel von Eisenstadt. Wer war Samson Wertheimer und welche Rolle spielte der Oberhoffaktor und Landesoberrabbiner für die Eisenstädter Judengemeinde am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts? Der Vortrag spannt einen Bogen über zweihundert Jahre Besitz- und Kulturgeschichte des Hauses, in dem heute das Österreichische Jüdische Museum untergebracht ist.

Wertheimerhaus, ca. 1920

Dr. Felix Tobler wurde am 9. Mai 1948 in Draßburg geboren, maturierte am Bundesrealgymnasium in Mattersburg 1967, studierte von 1968-1975 Germanistik und Geschichte an der Universität Wien und war dort von 1971-1974 Mitglied des 53. Ausbildungskurses am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, den er mit der Staatsprüfung 1974 mit gutem Erfolg abschloss. Promotion zum Dr. phil. 1975 mit der Dissertation „Studien zur Ortsgeschichte von Draßburg 1403-1848“. Seit Dezember 1974 an der damaligen Abteilung Landesarchiv-Landesbibliothek des Amtes der Burgenländischen Landesregierung (Abt. XII/2) beschäftigt, zuletzt von 1998-2009 als Leiter des Referates Landesarchiv des Hauptreferates Landesarchiv- Landesbibliothek.

Dr. Tobler verfügt als langjähriger Graphik-Sammler über zahlreiche Blätter mit Ansichten von burgenländisch-westungarischen Orten, desgleichen über Karten, Porträts und Trachtenblätter. Daraus wurde 2004 die Ausstellung „Preßburg auf alten Ansichten“ mit über hundert Ansichten der Stadt im Ethnographischen Museum in Kittsee gestaltet und zuletzt 2014 die Ausstellung „Gestochen scharf“ im Landesmuseum.

In seinen wissenschaftlichen Forschungen beschäftigte sich Dr. Tobler vor allem mit folgenden Forschungsfeldern:

  • Siedlungs- und Kulturgeschichte der Burgenländischen Kroaten
  • Verwaltungs- und Kulturgeschichte des Majorats der Fürsten Esterházy
  • Geschichte der jüdischen Siebengemeinden im Majorat der Fürsten Esterházy
  • Kartographiegeschichte des burgenländisch-westungarischen Raumes

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Lange Nacht der Museen 2016

Das Österreichische Jüdische Museum nimmt heuer wieder an der „Langen Nacht der Museen“ teil. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie in dieser besonderen Nacht auch unser Museum besuchen!

Wann: Samstag, 01. Oktober 2016, 18.00 bis 01.00 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum

Pressburger Klezmer-Band

Pressburger Klezmer-Band; Konzert um 20 Uhr und um 21.30 Uhr


Unser Programm im Detail

18.00 – 19.30 Uhr: Moses-Zyklus – Malen für Kinder

18.00 – 23 Uhr: Hartheim – Das Mordschloss – Filmvoführung (laufend)

19.00 – 19.30 Uhr: „Koscher Sex“ – Vortrag

19.30 – 20 Uhr: Die Synagoge – das Wichtigste in 20 Minuten (Schwerpunktführung)

20.00 – 20.30 Uhr: Pressburger Klezmer-Band – Konzert

21.00 – 21.30 Uhr: Die Synagoge – das Wichtigste in 20 Minuten (Schwerpunktführung)

21.30 – 22 Uhr: Pressburger Klezmer-Band – Konzert

22.00 – 22.30 Uhr: „Koscher Sex“ – Vortrag

Die Frau des Potifar und Josef

Die Frau des Potifar und Josef; Vortrag „Koscher-Sex“ um 19 Uhr und um 22 Uhr

Eintritt bzw. Teilnahme mit dem „Lange Nacht“-Ticket:

  • regulär EUR 15
  • ermäßigt EUR 12
  • frei für Kinder bis 12 Jahre

Das Ticket berechtigt zum Besuch aller an der „Langen Nacht“ teilnehmenden Museen in ganz Österreich.

Tickets erhalten Sie

  • im Österreichischen Jüdischen Museum (Vorverkauf & Abendkasse)
  • in allen weiteren teilnehmenden Museen

Bitte beachten Sie, dass unser Museum Samstag, 01. Oktober, und Sonntag, 02. Oktober, tagsüber geschlossen und an diesem Wochenende „nur“ in der Langen Nacht der Museen geöffnet ist!

Weitere Informationen zur „Langen Nacht“ erhalten Sie auf langenacht.orf.at.

Credit: ORF-Design

Credit: ORF-Design

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